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Kronplatz
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Der Kronplatz (ladinisch und italienisch Plan de Corones) ist ein 2275 m s.l.m. hoher Berg in SĂŒdtirol (Italien), am Rande der Pragser Dolomiten. Er gilt als Hausberg von Bruneck und wird ganzjĂ€hrig genutzt. Der Kronplatz ist ein bekanntes Skigebiet und zĂ€hlt zum Verbund Dolomiti Superski.cite-ref-1[1] Im Sommer wird er als Freizeitpark mit Wanderwegen, MTB Trails, Museen und einer Erlebniswelt fĂŒr Kinder genutzt. âKronplatzâ nennt sich nicht nur der Berg, sondern auch die Ferienregion rund um den Berg. Auf dem Gipfelplateau des Berges grenzen die drei Gemeinden Bruneck, Enneberg und Olang aneinander.
Der Name Kronplatz ist eine Entlehnung aus dem ladinischen Toponym Plan de Corones.cite-ref-2[2]cite-ref-3[3] In der Fanes-Sage ist der Kronplatz der Ort, an dem Dolasilla, die unverwundbare Prinzessin des Reiches der Fanes, bekrönt wurde.
Auf dem Kronplatz steht der Sender Kronplatz, der Teile des Pustertals versorgt.
Contents
âą Skigebiet
âą Umfang
âą Concordia 2000
âą Radsport
âą Bergnamen
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Einzelnachweise
âą Weblinks
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Skigebiet
Geschichtliche Entwicklung
Schon vor dem Ersten Weltkrieg wurde der Bau einer Seilbahn von Bruneck auf den Kronplatz ins Auge gefasst. Dieses Projekt konnte wegen des Krieges und der widrigen VerhÀltnisse der Zwischenkriegszeit nicht verwirklicht werden.
Ausgangspunkt fĂŒr die touristische ErschlieĂung wurde das 1894 errichtete und 1911 erweiterte Kronplatz-Schutzhaus, als dessen maĂgeblicher Initiator der k.k. LandesschĂŒtzen-Major Mathias Platter als Vorstand der Sektion Bruneck des Deutschen und Ăsterreichischen Alpenvereins wirkte â er engagierte sich auch im Wegebau und bei der Markierung der Steige.cite-ref-4[4]
Am 19. JĂ€nner 1938 war es abermals so weit: Bei der Sitzung des Verwaltungsrates der âFunivia Dolomiti Monte Corona AGâ wurde ĂŒber deren GrĂŒndung und Eintragung bei Gericht berichtet. Das in Auftrag gegebene Projekt fĂŒr den Bau einer Seilbahn scheiterte aufgrund von Schwierigkeiten bei der Beschaffung des Finanzierungskredites in Höhe von einer Million Lire. 1939 wurde bei einer Vollversammlung der Aktiengesellschaft, bei der es vor allem um deren Auflösung ging, beschlossen, sie fĂŒr mindestens ein Jahr weiterzufĂŒhren. Im November 1939, also nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, wurde die Seilbahngesellschaft aufgelöst.
Als in den 1950er Jahren Willy Kofler, damaliger PrĂ€sident des Brunecker Fremdenverkehrsamtes, die ErschlieĂung des Kronplatzes durch eine Seilbahn vorantrieb, scheiterte dies wiederum an der fehlenden UnterstĂŒtzung jener Kreise, die ĂŒber das notwendige Kapital verfĂŒgt hĂ€tten. Erfolg war erst Ernst LĂŒfter und einer Gruppe von Brunecker BĂŒrgern beschieden, die Ende der 1950er Jahre den Seilbahnbau erneut aufgriffen und lancierten.
1960 wurde die âKronplatz Seilbahn Genossenschaft m. b. H.â gegrĂŒndet. Das Genossenschaftskapital betrug 550.000 Lire. 1961 wurde die Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft (âKronplatz Seilbahn AG Bruneckâ) umgewandelt. Das Gesellschaftskapital betrug 1 Million Lire. Als am 27. September 1961 an die Baufirma âGebrĂŒder Reicheggerâ aus Sand in Taufers eine erste Anzahlung fĂŒr den Bau einer Materialseilbahn erging, gab es mit dem eigentlichen Seilbahnprojekt noch Probleme, da es 283 Millionen Lire gekostet hĂ€tte. Zudem erhielt das Vorhaben vom römischen Verkehrsministerium aufgrund zu geringer Förderleistung kein grĂŒnes Licht. Man musste sich anderweitig umsehen. In der Folge wurden mehrere Betriebe eingeladen, Offerten einzureichen. 1962 erhielt die Ceretti & Tanfani S.A. (Mailand) den Zuschlag, die fĂŒr den Bau der Seilbahn 137 Millionen Lire verlangte.
Am Beginn gab es groĂe Schwierigkeiten, da vorerst lediglich 38 Prozent des gezeichneten Aktienkapitals (100 Millionen Lire) eingezahlt worden waren. âMediocreditoâ von Trient sicherte ein Darlehen von 180 Millionen Lire zu. Zudem stellte die Sparkasse Bruneck einen Ăbergangskredit von 40 Millionen bereit.
Im FrĂŒhsommer 1963 begann man mit dem Bau des ersten Skiliftes âBelvedereâ. Trotz diverser Schwierigkeiten konnten dieser und die Seilbahn von Reischach auf den Kronplatz in der Weihnachtszeit 1963 in Betrieb genommen werden. Damit war die ErschlieĂung des Brunecker Hausbergs fĂŒr den Wintersport eingeleitet, was eine stetige Investitionspolitik nach sich zog. Im ersten Skiwinter waren die Einnahmen enttĂ€uschend. Den Verpflichtungen konnte man nur durch die Aufnahme eines Kredites in Höhe von 125 Millionen Lire nachkommen. Als 1964 der finanzielle Zusammenbruch der AG drohte, wandte man sich nach Nordtirol und erhielt ein Darlehen von 5.000.000 ĂS. Weitere Hilfen folgten.
1964 wurde das Brunecker Haus des Alpenvereins SĂŒdtirol auf dem Kronplatz eingeweiht, das in den 1990ern â nun mitten in einem ausgedehnten Skigebiet gelegen und daher fĂŒr Bergsteiger nicht mehr sinnvoll nutzbar â verkauft und anschlieĂend abgerissen wurde.
1967 wurde der âSonnenliftâ geplant, und im selben Jahr wurde auch die Fertigstellung der Bergstation samt Restaurant ins Auge gefasst. Ab dem Winter 1970/71 konnte die 5,4 km lange âSilvesterabfahrtâ befahren werden. Die Arbeiten an der Bergstation und der Bau des Restaurants konnten 1974 abgeschlossen werden.
Einen regen Winterbetrieb erlebte der Kronplatz bereits in den spĂ€teren 1960er Jahren. Die Skilifte âBelvedereâ, âOchsenalmâ, âKorerâ, âMarchnerâ sowie âFurkelâ und âAlpenâ gingen in Betrieb. Der Kronplatz entwickelte sich zum Senkrechtstarter unter den Skigebieten Italiens. 1973 war das Skigebiet derart bekannt, dass die Aufstiegsanlagen den Ansturm fast nicht mehr bewĂ€ltigen konnten. So sollte eine neue Aufstiegsanlage von Reischach aus Entlastung bringen, und 1973 wurde der Bau des âHerrnegg-Sesselliftesâ und des âPramstall-Schleppliftesâ beschlossen.
Mitte der 1970er Jahre hatte sich die finanzielle Situation entspannt, und es konnte nach 13 Jahren erstmals eine Dividende ausbezahlt werden. Man ging nun zielstrebig an den Ausbau bereits bestehender Anlagen oder an deren Ersetzung durch modernere Anlagen. Neben anderen Umbauten beschloss man auch die Ersetzung der Seilbahn durch eine moderne Umlaufbahn. Es handelte sich um eine Neuentwicklung, d. h. um den Bau von zwei aufeinander koppelbaren Umlaufbahnen. Es gelang, termingerecht beide Bahnen (Kronplatz I und II) zu Beginn des Winters 1986/87 in Betrieb zu nehmen. Die Anlage gehörte bei der Inbetriebnahme zu den leistungsstĂ€rksten der Welt (2.250 Personen pro Stunde). Durch die erhöhte BeförderungskapazitĂ€t ergab sich zwangslĂ€ufig ein gröĂerer Andrang an Skifahrern. Die ParkplĂ€tze bei der Talstation reichten nicht mehr aus, so dass zusĂ€tzliche ParkflĂ€chen bereitgestellt werden mussten.
Im Jahr 2000 wurde die Aufstiegsanlage âKronplatz 2000â in Betrieb genommen, die parallel zur Umlaufbahn verlĂ€uft. Der âHerrnegg-Sesselliftâ wurde abgerissen. 2003 wurde âKronplatz I und IIâ durch eine moderne 8er-Kabinenbahn ersetzt. Mit den beiden Umlaufbahnen können 3.950 Personen pro Stunde auf den Kronplatz transportiert werden.
In den darauffolgenden Jahren wurden weitere ModernisierungsmaĂnahmen durchgefĂŒhrt. 2011 öffnet die 10er Kabinenbahn âRiedâ inklusive sieben Kilometer langer Talabfahrt und mit direkter Anbindung an die Pustertalbahn am Bahnhof Percha.
Das Projekt soll zum einen helfen, den Verkehr in der Kronplatzregion zu vermindern und gleichzeitig die Skigebiete im Pustertal ĂŒber die Eisenbahn miteinander verbinden.
Das âProjekt Riedâ löste im Vorfeld in den anliegenden Dörfern um den Kronplatz aber auch heftige Diskussionen aus. Bei einer informellen Volksbefragung im Jahr 2008 in Reischach, einer Fraktion von Bruneck, hatte sich die Bevölkerung gegen das Projekt Ried ausgesprochen. Die Beteiligung an der formellen Volksbefragung in der Gemeinde Bruneck 2010 lag aber unter 40 % und erreichte somit nicht das benötigte Quorum. Das Projekt Ried wurde von der SĂŒdtiroler Landesregierung am 15. Dezember 2008 nach positiver UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung genehmigt. Die Inbetriebnahme erfolgte 2011.
Ab 2010 setzte der Kronplatz massiv auf den Ausbau der SommeraktivitĂ€ten. Mit dem Bau des Museums MMM Corones, welches 2015 eröffnet wurde, und dem Museum Lumen fĂŒr Bergfotografie 2018 entstanden zwei kulturelle Einrichtungen. Es wurden Mountain-Bike-Trails und barrierefreie Wanderwege angelegt sowie in Zusammenarbeit mit den Seilbahngesellschaften Olang und St. Vigil eine Vielfalt an FreizeitaktivitĂ€ten auf dem Gipfelplateau verwirklicht. Im Sommer 2021 wurde der Erlebnispark fĂŒr Kinder âLittle Kronplatzâ eröffnet.
In der umgebauten Bergstation befindet sich neben dem Lumen-Museum auch das Restaurant AlpiNN vom SĂŒdtiroler 3-Sternekoch Norbert Niederkofler.
Umfang
Das Skigebiet Kronplatz bietet insgesamt 119 Kilometer prĂ€parierte Pisten in Höhenlagen zwischen 920 und 2275 Metern, die durch insgesamt 32 Aufstiegsanlagen mit einer Beförderungsleistung von 73.761 Personen pro Stunde bedient werden. Alle Skipisten im Skigebiet können durch insgesamt 608 Beschneiungsanlagen kĂŒnstlich beschneit werden. Es gilt daher als schneesicher. (Stand: August 2020)
Der Kronplatz selbst als Hauptberg des Skigebietes besitzt elf moderne Gondelbahnen sowie vier Sessellifte, die von drei Seiten bis auf die breite, im oberen Teil baumfreie Kuppe hinauffĂŒhren. Weitere acht Gondelbahnen und ein Sessellift liegen an den zwei anderen Bergen des Skigebietes, dem Piz da Peres und dem Piz de Plaies. Der Piz da Peres liegt sĂŒdlich in direkter Nachbarschaft zum Kronplatz. Im SĂŒdwesten schlieĂt sich der Piz de Plaies durch eine Verbindungsgondelbahn an, die ĂŒber die Ortschaft St. Vigil hinwegfĂŒhrt. Im Skigebiet gibt es weiterhin sechs Skilifte an kleineren SkihĂ€ngen in der nĂ€heren Umgebung des Kronplatzes, die sich auf das Pustertal, das Gsieser Tal und das Antholzer Tal verteilen und nicht direkt an das Hauptgebiet angeschlossen sind.
Der Kronplatz bietet fĂŒnf zwischen 5 und 7 Kilometer lange Talabfahrten:
⹠eine 5 km lange Abfahrt nach Gassl in Richtung Olang (1110 m Höhendifferenz),
⹠eine 6 km lange Abfahrt nach St. Vigil (1070 m Höhendifferenz).
⹠eine 7 km lange Abfahrt nach Percha (1355 m Höhendifferenz).
⹠und eine 2 km lange schwarze Piste (500 m Höhendifferenz) vom Piz de Plaies nach Piculin im Gadertal mit Skibusanschluss nach Alta Badia.
Die Abfahrten sind durch den Einsatz zahlreicher Beschneiungsanlagen bis in den FrĂŒhling befahrbar.
Kronplatz Seilbahn AG
Die 1961 gegrĂŒndete Kronplatz Seilbahn AG ist eines der drei Seilbahnunternehmen, das die Aufstiegsanlagen am Kronplatz fĂŒhrt. Die UmsĂ€tze im GeschĂ€ftsjahr 2018/2019 beliefen sich auf etwas mehr als 23,5 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern auf 3,5 Millionen Euro. WĂ€hrend des GeschĂ€ftsjahrs 2018/2019 gab das Unternehmen 15 FixbeschĂ€ftigten und 83 SaisonbeschĂ€ftigten Arbeit. Die Gesellschaft hat im Laufe der Zeit ihre AktivitĂ€ten kontinuierlich erweitert. 1996 wurde gemeinsam mit der Olanger Seilbahngesellschaft die Kronplatz Gastronomie GmbH gegrĂŒndet. Diese fĂŒhrt sechs Gastronomiebetriebe am Berg und im Tal.
Im Jahr 2018 wurde die Kronplatz Touristik GmbH gegrĂŒndet. Diese entwickelt und fĂŒhrt Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, wie das historische Hotel Post mit dem Restaurant Cosmo im Zentrum Bruneck und das Hotel Schloss Sonnenburg in St. Lorenzen. Ein Campingplatz in Reischach direkt an der Skipiste ist derzeit in Planung.
Kronplatz Holding AG
Das Wachstum der Kronplatz Seilbahn AG, wie auch die Erweiterungen der GeschĂ€ftsbereiche haben dazu gefĂŒhrt, dass die TĂ€tigkeit immer komplexer wurde. Deshalb wurde im Oktober 2020 im Rahmen der AktionĂ€rsversammlung beschlossen, die Kronplatz Seilbahn AG in die Kronplatz Holding AG umzuwandeln und darunter die GeschĂ€ftsbereiche Seilbahn -Touristik - Gastronomie als eigenstĂ€ndige operative Gesellschaften zu fĂŒhren.
Der Verwaltungsrat hat neun Mitglieder, der Aufsichtsrat drei. PrÀsident des Verwaltungsrates ist Christian Gasser, PrÀsident des Aufsichtsrates Gerd Baumgartner (Stand: 2021).
Alpiner Skiweltcup
Auf der Piste Erta in St. Vigil wird im Rahmen des Alpinen Skiweltcups seit 2017 jÀhrlich ein Riesenslalom der Damen ausgetragen.cite-ref-5[5]
Siegerliste
| Saison | Datum | Siegerin |
|---|---|---|
| 2016/17 | 24.01.2017 | Italien Federica Brignone |
| 2017/18 | 23.01.2018 | Deutschland Viktoria Rebensburg |
| 2018/19 | 15.01.2019 | Vereinigte Staaten Mikaela Shiffrin |
| 2020/21 | 26.01.2021 | Frankreich Tessa Worley |
| 2022/23 | 24.01.2023 | Vereinigte Staaten Mikaela Shiffrin |
| 2022/23 | 25.01.2023 | Vereinigte Staaten Mikaela Shiffrin |
| 2023/24 | 30.01.2024 | Schweiz Lara Gut-Behrami |
| 2024/25 | 21.01.2025 | Neuseeland Alice Robinson |
Concordia 2000
â
Hauptartikel
:
Concordia 2000
Der Skipionier Erich Kastlunger aus St. Vigil schlug anlĂ€sslich der Jahrtausendwende vor, auf dem Gipfelplateau des Kronplatzes eine groĂe Glocke aufzustellen. Nach Absprache mit den verschiedenen Seilbahngesellschaften wurde dem Projekt grĂŒnes Licht erteilt. Der KĂŒnstler Paul de Doss-Moroder aus St. Ulrich in Gröden wurde damit beauftragt, die Friedensglocke âConcordia 2000â zu entwerfen. Sie sollte ein Zeichen des Dankes an alle sein, die am Ausbau des Skibergs mitgewirkt hatten, und als Mahnmal fĂŒr Eintracht und Frieden dienen. Die Glocke wurde im Sommer 2003 in der Spitze des Aussichtsturmes installiert.
St.-Sebastian-Kapelle
Auf der Gipfelhöhe des Kronplatzes befindet sich eine im Jahr 1984 errichtete und dem Hl. Sebastian geweihte Bergkapelle, auch Kronplatz- oder SchĂŒtzenkapelle genannt.cite-ref-6[6] 2018 wurde in der Kapelle von den SchĂŒtzenverbĂ€nden Nord- und SĂŒdtirols â anlĂ€sslich des hundertjĂ€hrigen Gedenkens an das Ende des Ersten Weltkriegs und die damit verbundene Teilung Tirols â eine Reliquie von Kaiser Karl I., dem letzten habsburgischen Herrscher, hinterlegt.cite-ref-7[7]
Gleich neben der Kapelle findet sich das Gipfelkreuz des Spitzhörnle, an dem eine 1910 angebrachte Erinnerungstafel an den 1908 verstorbenen Stabsarzt und Bergsteiger Dr. Heinrich Attensamer aus MĂŒnchen erinnert.
Radsport
Die 16. Etappe des Giro dâItalia 2008 fĂŒhrte am 26. Mai 2008 in einem 12,9 km langen Bergzeitfahren von St. Vigil auf den Kronplatz. Auch die 93. Auflage des Giro im Jahr 2010 besuchte den Kronplatz.
Messner Mountain Museum
Am 24. Juli 2015 eröffnete der Extrembergsteiger Reinhold Messner auf dem Kronplatz das MMM Corones, den sechsten und letzten Teil seiner Museumskette Messner Mountain Museum, in welchem das Thema âKletternâ abgehandelt wird. Der Bau wurde von der Architektin Zaha Hadid realisiert.cite-ref-8[8]
Lumen â Museum of Mountain Photography
â
Hauptartikel
:
Lumen (Museum)
Am 20. Dezember 2018 wurde am Kronplatz, im Areal der umgebauten alten Bergstation, das Museum fĂŒr Bergfotografie Lumen eröffnet.cite-ref-9[9]
Auszeichnungen und Rezeption
Bergnamen
Der eindeutig Ă€ltere ladinische Name Plan de Corones könnte auf ein alpenromanisches *corĆna mit der Bedeutung âFelsterrasseâ zurĂŒckgehen. Die deutsche VerkĂŒrzung auf Kron- hatte eine volksetymologische Deutung als âPlatz der Kroneâ zur Folge, eine Einblendung der Fanes-Sage, in der der Berg der Krönungsort der Dolasilla ist.cite-ref-11[11]
Historisch war der höchste Punkt auch als Spitzhörnle bekannt, so beispielsweise in der Beschreibung durch Ludwig Steub.cite-ref-12[12] Heute wird nur noch ein nordöstlich vorgelagerter Vorgipfel als Spitzhörnle bzw. ladinisch Col de Calzabörna (wörtlich âBlaustrumpf-Bichlâ) bezeichnet.
Siehe auch
Literatur
âą Hans Pescoller: Rund um den Kronplatz: ein GebietsfĂŒhrer durch Bruneck, Olang, St. Vigil in Enneberg, St. Lorenzen (= SĂŒdtiroler GebietsfĂŒhrer. Band 7). 2. Aufl., Bozen: Athesia 1978.
âą Isolde von Mersi: Kronplatz: Skiberg mit Geschichte. Eine Chronik. Bruneck: Dipdruck 2003.
⹠Ingrid Oberhammer: Kronplatz: ein skitouristisches Gebiet von seinen AnfÀngen bis zur Gegenwart. Ungedr. Diplomarb., UniversitÀt Innsbruck 2005.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Dolomiti Superski: Kronplatz
cite-note-22. â Egon KĂŒhebacher: Die Ortsnamen SĂŒdtirols und ihre Geschichte. Band 3, Bozen: Athesia 2000. ISBN 88-8266-018-4, S. 152.
cite-note-33. â So auch Lois Craffonara: âKronplatz fĂŒr lad. Plan de Corones finden wir zunĂ€chst bei Staffler 1844, S. 166: «das Hörnle oder Kronplatz (in Enneberg Planta coronis [falsche Worttrennung!])». Dass die Bezeichnung Kronplatz bereits 1831 von Haller verwendet worden sei, ist falsch. Zu Stafflers Zeiten dĂŒrfte die Bezeichnung Kronplatz allerdings noch auf wackeligen FĂŒĂen gestanden haben, denn im selben Werk lesen wir etwas spĂ€ter auf S. 279 auch «Spitzhörnle oder Platzkron [!!] (Plang de corones)»! Josef Thomas Haller war deutschsprachig und schrieb deutsch; er war von 1817 bis 1824 Richter in Enneberg, kannte aber die deutsche Bezeichnung Kronplatz noch nicht, sondern nur «Die Schlichte». Johann Jakob Staffler, der seit 1843 Kreishauptmann im Pustertal war und in Bruneck arbeitete, zeigt noch groĂe Unsicherheit (Kronplatz / Platzkron / Hörnle / Spitzhörnle). Plan de Corones kennen aber beide. Lad. corones bedeutet in diesem Toponym eindeutig âGelĂ€ndeabstufungenâ, die auf Enneberger Seite vor den Planierungsarbeiten fĂŒr die Skipisten in sehr deutlich ausgeprĂ€gter Form vorhanden waren und heute noch erkennbar sind. Auch Carlo Battisti ist diese geomorphologische Gegebenheit aufgefallen: «caratteristica per quattro ordini di balze». Lad. corona âKonsole, Wandbrett, Kranzleiste (ĂŒber Fenster / ĂŒber TĂŒr)â kommt als Metapher in unserer Toponomastik als Bezeichnung fĂŒr eine âGelĂ€ndeabstufungâ mehrmals vor. â Total aus dem Reich der Fantasie geholt ist dagegen KĂŒhebachers Form und ErklĂ€rung: ausgehend von einer in Enneberg und im Gadertal nicht existierenden Form «Plang de Curunes» wird noch dazu fĂŒr âcurunesâ die Bedeutung âBerggeisterâ herbeigezaubert! Dabei beruft sich KĂŒhebacher auf den Engadiner Andrea Schorta (RĂ€tisches Namenbuch, Bd. II, S. 250 ff.), der aber fĂŒr GraubĂŒnden zustĂ€ndig ist, und nicht fĂŒr Enneberg und das Gadertal, wo eine Form curunes phonotaktisch unmöglich war und ist und somit niemals existiert hat (ganz abgesehen von der erfundenen Bedeutung, die selbst in Schorta nicht zu lesen ist, weder im langen Artikel ĂŒber planus (S. 250â256), auf den sich unser Autor bezieht, noch in jenem ĂŒber das Etymon corona (S. 109), der von KĂŒhebacher gar nicht angefĂŒhrt wird!). Kronplatz hat erst in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jhs. begonnen, allmĂ€hlich bekannt zu werden und hat erst mit dem Bau des Schutzhauses Kronplatz zu Beginn des 20. Jhs. gewisse Bedeutung erlangt. Es kam aber dann der Erste Weltkrieg, so dass die Bezeichnung erst mit Beginn der 20er Jahre allgemein akzeptiert worden ist. Alte Brunecker haben mir das wiederholt bestĂ€tigt. Selbst KĂŒhebacher gibt zu, dass Kronplatz eine «lautliche Angleichung» an das Ladinische ist. Das heiĂt, dass Plan de Corones das Endonym ist (die Haube des Berges gehört ja - wie wir schon oben gesagt haben - der Gemeinde Enneberg), und Kronplatz ein junges Exonym, das aber auf ganz unschuldige Art auf die Welt kam im Gegensatz zu den imperialistisch geprĂ€gten Neuschöpfungen Tolomeis. Das deutsche Exonym hat also volle Existenzberechtigung. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts kamen dann die Dichter und lieĂen Prinzen und Prinzessinnen auf dem Plan de Corones / Kronplatz krönen, und unsere Bezeichnungen erhielten damit auch eine volksetymologische Umdeutung. Erst als der Berg fĂŒr den Brunecker Tourismus und als Skigebiet immer mehr an Bedeutung erlangte, avancierte er zum âBrunecker Hausbergâ.â
cite-note-44. â Vgl. dazu den Bericht der Pustertaler Zeitung vom 25. Juli 1913, S. 118â119 (Digitalisat).
cite-note-55. â Audi FIS Ski World Cup. Abgerufen am 24. Januar 2018.
cite-note-66. â 30 Jahre Kronplatzkapelle (2014). Abgerufen am 31. Dezember 2018
cite-note-77. â Hannes Obermair: Geschichtsblindes SĂŒdtirol? (Fehlende) Erinnerungskulturen 1918â2018 als Ausfall kritischen Bewusstseins. In: Patrick Rina et al. (Hrsg.): 18/18: Alto Adige / SĂŒdtirol 1918â2018. La Fabbrica del Tempo â Die Zeitfabrik, Bozen 2018, ISBN 978-88-943205-1-0, S. 48â55, hier: S. 48 (researchgate.net).
cite-note-88. â Kristin Hohenadel: A Brilliant Monument to Mountaineering and Architecture Embedded in the Italian Alps. Slate Magazine. 4. August 2015.
cite-note-99. â Website Lumenmuseum. Abgerufen am 21. Dezember 2018.
cite-note-1010. â Meinrad Schmidli, 8. Januar 2019 um 15:26: Skigebiete 2018 - Top 10. 8. November 2018, abgerufen am 8. MĂ€rz 2019 (deutsch).
cite-note-1111. â Johannes Ortner: SĂŒdtiroler Bergnamen. In: Berge erleben â Das Magazin des Alpenvereins SĂŒdtirol. Nr. 6, 2019, S. 50â51.
cite-note-1212. â Bergwanderung aufs Spitzhörnle
Weblinks
Commons
: Kronplatz
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Offizielle Website âTourismusverband Ferienregion Kronplatzâ
âą AusfĂŒhrliche Beschreibung aller Skipisten des Skigebietes Kronplatz (Stand: Winter 2005/2006) (Memento vom 14. August 2007 im Internet Archive)
âą Gipfelpanorama vom Kronplatz
âą MMM Corones
âą Kronplatz auf GeoFinder.ch